Zum Ableben von Dr. med. Heinz Schrenk

Unser lieber Onkel Heinz, allseits geschätzter und beliebter Hausarzt in der Stadt Hof und Umgebung ist am Pfingstmontag, 31.05.2004 um 10.10 Uhr in Hof wenige Wochen nach seinem 89. Geburtstag verstorben.

Onkel Heinz wurde am 16.04.1915 in Hof / Saale geboren. Nach dem Abitur (er war viele Jahre Mitglied der Abituria Hof) studierte er Medizin in Würzburg, Kiel und schließlich Königsberg, wo er zum Dr. med. promovierte.

Inzwischen hatte der 2. Weltkrieg eingesetzt und Onkel Heinz wurde als Arzt der Marine zugeteilt. Er war zuletzt als Oberstabsarzt bei mehreren Fahrten der „Deutschland“, vorher aber überwiegend auf U-Booten, unter anderen auf u117 und u66 im Einsatz.

Internet-Auszug: http//www.deutsche-uboote.de/dieboote/u0117.html und /u0066.html:

U117 war ein U-Boot des Typs XB aus der Serie u116 – u119 der Krupp Germaniawerft in  Kiel. Die XB - Boote waren ursprünglich als Minenleger gebaut. Jedoch wurden sie später auch als Versorger eingesetzt. U117 legte Minensperren in Norwegen, Island (Reykjavik) und vor Casablanca und versorgte insgesamt 30 U-Boote. Die nächste Aufgabe sollte New York werden, aber vorher noch die Versorgung des Bootes u66 im Planquadrat CD 6156.

U66 hatte bereits 33 feindliche Schiffe versenkt, wurde aber bei seiner 10. Feindfahrt am 03.08.1943 von einem Flugzeug des US Begleitflugzeugträgers „USS Card“ angegriffen, wobei der Kommandant, der II WO und ein weiterer Mann fielen und der I WO und weitere 7 Mann der Besatzung verletzt wurden. Nachdem das Boot seinen Jägern entkommen war, traf es sich am 07.08.1943 mit dem XB Versorger u117. Von dort stieg der WO Paul Frerks über auf u66 und übernahm das Kommando. Außerdem stieg der Marine-Assistenz-Arzt Dr. Schrenk über, um die Verwundeten von u66 zu behandeln.

Während der Versorgung ( Proviant- und Treibölübernahme) wurden die beiden U-Boote von 2 Wildcat- und 3 Avenger- Flugzeugen der „USS Card“ (Squadron VC-1) angegriffen und u117 durch Bordwaffenbeschuß, Wasserbomben und akustischen Torpedo versenkt (62 Tote - 2 Überlebende) während u66 in Feuerlee von u117 durch Alarmtauchen die rettende Tiefe finden konnte (siehe Originalaufnahme aus einem der feindlichen Flugzeuge).

Damals war Onkel Heinz 28 Jahre alt; die beiden Jüngsten der Bootsbesatzung an Bord von u117 waren 18 Jahre alt – sie hatten nicht so viel Glück wie er.

Bei Kriegsende geriet Onkel Heinz in englische  Gefangenschaft und half auf Minenräum-booten mit, das explosive Erbe des Krieges auf den Meeren zu beseitigen; er kam schließlich 1948 – drei Jahre nach dem Ende des Krieges wieder nachhause.