Bis Ende August 1941 haben wir in der Admiral-Scheer-Straße 34 in Hof gewohnt. Im September 1941 sind wir in das während des bereits tobenden 2. Weltkriegs durch die Firma Gebr. Schrenk  erbaute Haus in der Yorckstraße umgezogen und zwar in die linke Hälfte des großzügigen Doppelhauses. Der Bauplan datiert aus dem Jahr 1938. Das Haus hatte bereits für die Wohnungen im Erdgeschoß und im 1. Stock jeweils eine Zentralheizung.

Unser Vater war schon von der Wehrmacht eingezogen worden und so gibt es erste Fotos erst aus dem Januar 1942 bei einem Wehrmachtsurlaub unseres Vaters, wo wir, mein älterer Bruder Richard mit mir zusammen erste Ski-Erfahrungen in unserem leichten Hanggrundstück sammelten (Bild 1).

Wer das Haus außer unserer Familie und die andere Hälfte von Anfang an bewohnt hat, lässt sich nicht mehr rekonstruieren, aber gegen Ende des Krieges und danach haben Richard und ich folgendes festgehalten:

Unsere Mutter und wir drei Brüder (Rainer war im September 1944 dazugekommen) waren nach dem Bombenangriff auf Hof, bei dem ein Sprengbomben-Blindgänger unmittelbar neben dem Haus einschlug  nach Münchenreuth bei Feilitzsch, wahrscheinlich bei entfernten Verwandten evakuiert. Beim Einmarsch der Amerikaner hat sich diese Ortschaft glücklicherweise mit weißer Flagge kampflos ergeben, denn andere Orte in nächster Umgebung wurden durch Panzerbeschuss unweigerlich dem Boden gleich gemacht.

Während unserer Abwesenheit wurde unsere Wohnung von den Amerikanern beschlagnahmt aber wir hatten Glück, denn offensichtlich waren es Offiziere der Amerikaner, die unsere Möbel und die gesamte Einrichtung schonend behandelten und mit Ausnahme einiger Brandflecken von  Zigaretten am Klavier und eines Kehrichthaufens keine weitere Visitenkarte hinterließen.

Nach Kriegende wohnten bzw. waren einquartiert:

Unsere Familie mit inzwischen 6 Personen (Brigitte war dazugekommen) im Erdgeschoß, im 1. Stock ein Ehepaar Hamberger mit 3 zwangseinquartierten Personen und im 2. Stock eine Familie Krapp mit Tochter und einem Waisenkind sowie zwei weitere Paare in zum Teil unbeheizten Dachkammern, zusammen also 19 Menschen in unserer Doppelhaushälfte unter einem Dach.

Später hat sich das natürlich wieder normalisiert und als unser Bruder Klaus sich noch zu uns gesellte, habe ich im Jahr vor dem Abitur freiwillig eine dieser Dachkammern bezogen, weil ich da relativ ungestört hin und wieder Damenbesuch empfangen konnte.

Als Nachbarn hatten wir im Erdgeschoß den Bürgermeister Köhler mit Ehefrau, im 1. Stock eine 3-köpfige Familie Friedrich (Cousine Fanny unseres Vaters mit Ehemann Heinrich und Sohn Heinz) und im 2. Stock meinen Klassenkameraden Jürgen Thomas mit seiner Großmutter.

Jürgen Thomas hat mit mir zusammen das Studium des Maschinenbaus in München aufgenommen und gilt als Chefkonstukteur bei Airbus in Toulouse als „Vater“ des größten Flugzeugs der Welt, des Airbus A 380.

Unser Vater hingegen hat nach dem Tod unserer Mutter auf eigenen Wunsch in unserer Doppelhaushälfte zuletzt ganz allein gelebt.

2001 wurde das Haus (Bild 2) an Michael Kuchenreuther verkauft, einen Neffen meiner Tanzstundendame Karin, geb. Frank, die mit Eberhard Schrenk verheiratet ist, den sie durch mich kennen gelernt hat.